P R E S S E M I T T E I L U N G   der FWG vom 16.06.2011

Millionen-Sparpotential im Haushalt der Gemeinde Grafschaft

 

„Trotz deutlicher Hinweise der kommunalen Finanzaufsicht wird weiter unbedacht viel Geld ausgegeben“, so Richard Horn, Bankkaufmann und stellv. Fraktionsvorsitzender der FWG. „Die von der FWG prognostizierte Schuldenhöhe der Gemeinde von rd. 20 Mio. Euro wird noch übertroffen.“ - Da helfen auch keine Konjunktur bedingten Steigerungen im Bereich der Gewerbesteuereinnahmen.“

 

 „Die FWG unterstützt mit Priorität die Investitionen im Bereich der Schulen, Kindergärten und Feuerwehren. Hier ist es im Konsens mit den anderen Fraktionen gelungen viele Projekte anzuschieben und umzusetzen: Die Erweiterung der Feuerwache Ringen, die weitere finanzielle Förderung der Betreuungsvereine der Grafschafter Grundschulen und auch die Aufstockung der Zuschüsse für den Grafschafter Kinder- und Jugendförderverein sind nur wenige Beispiele. Weitere Leistungen, wie die Sanierung der bestehenden Bürgerhäuser sind möglich, wenn die engen Spielräume sinnvoll genutzt werden können und nicht in Prestigeprojekten verpuffen. Es kann und darf nicht sein, dass Mehreinnahmen im Bereich der Gewerbesteuern sofort wieder ausgegeben werden, die Schulden weiter steigen und das Eigenkapital der Gemeinde sinkt. - Wir leben von der Substanz“, so Richard Horn.

Die FWG legt nach wie vor Wert auf die dauerhafte finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde, diese Vorsorge sind wir unseren Kindern und Kindeskindern schuldig.

Der aktuelle Haushalt der Gemeinde weist weiterhin Positionen aus, die nicht nur bei Betrachtung der Verschuldungslage, sondern auch hinsichtlich des tatsächlichen Bedarfs, kritisch zu hinterfragen sind.

Alternativen zu millionenschweren Investitionen werden nicht geprüft, Kooperationen mit anderen Einrichtungen gar nicht gesucht. In vielen Fällen wäre eine Kostenübernahme der Anmietung von Sälen für Veranstaltungen günstiger als die Objekte als gemeindeeigene Häuser vorzuhalten.

Die dafür vorgesehenen Investitionsmittel könnten dann für die Sanierung und Renovierung eigener Einrichtungen genutzt werden, Überschüsse dem nachhaltigen Schuldenabbau dienen.

Nach Willen der Mehrheitsfraktionen darf sich der Grafschafter Bürger stattdessen auf Abgabenerhöhungen einstellen. Die kommunale Finanzaufsicht hat auf Grund der festgestellten und bis 2014 zu erwartenden Jahresfehlbeträge einen Rechtsverstoß konstatiert. Damit ist die Gemeinde aufgefordert sämtliche Einnahmequellen auszuschöpfen sowie zum anderen alle gestaltbaren Möglichkeiten zur Auf- und Ausgabenreduzierung zu nutzen. Auch die bereits eingeforderte Vorlage einer Übersicht aller freiwilligen Leistungen der Gemeinde Grafschaft(z.B. Martinswecken u.a.) sollte für Vereine und Gruppierungen ein deutliches Zeichen sein.

Gerade diese gemeinschaftsfördernden und mit geringen Mitteln finanzierbaren Leistungen will die FWG erhalten wissen und wird daher weiterhin den hunderttausende Euro schweren „Ego-Projekten“ einzelner Grafschafter Politiker die Unterstützung verweigern.



P R E S S E M I T T E I L U N G   der FWG vom 12.04.2011

Kooperation und Sanierung vor Neuerwerb

- FWG Grafschaft stellt konzeptionellen Ansatz zur Förderung der Dorfgemeinschaften vor -

 

Die FWG fordert den Gemeinderat auf, die immer knapperen Haushaltsmittel der Gemeinde Grafschaft, in der Substanzerhaltung bzw. Sanierung der bereits bestehenden Dorfgemeinschaftshäuser zu verwenden und Kooperationen zur Deckung von zusätzlichem Bedarf zu suchen.

 

Die FWG befürchtet, dass in dem allseits zu beobachtenden Bestreben der großen Fraktionen neue Objekte zu erwerben und danach ggf. herzurichten, die bereits bestehenden Häuser massiv vernachlässigt werden. Als Beispiel seien hier die Häuser in Karweiler, Bengen, Nierendorf und Lantershofen (alte Schule) genannt, deren Bausubstanz teilweise am unteren Rand des Vertretbaren rangiert.

 

Bei der abnehmenden Leistungsfähigkeit der Gemeinde, kann es nicht im Sinne der Bürger sein, immer neue Verpflichtungen einzugehen und damit die spärlichen Mittel auf immer mehr Objekte zu verteilen. Sinnvoll erscheint es zur Deckung festgestellter Versorgungslücken Kooperationen mit anderen öffentlichen Trägern zu suchen. So stehen z.B. die Kirchen mit ihren Einrichtungen vor ähnlichen Problemen unter anderem den Unterhalt zu gewährleisten. Gerade hier bietet sich die Möglichkeit Kräfte sinnvoll zu bündeln und Nachfragen zu konzentrieren.

 

Nur so wird es dauerhaft gelingen soziale und gemeinnützige Zwecke, unsere Vereine, unsere Bürger und auch unsere Gewerbetreibenden für Veranstaltungen mit kleineren und größeren Räumlichkeiten zu unterstützen.





P R E S S E M I T T E I L U N G   der FWG vom 08.02.2011

 

Gegendarstellung

 

Zum dem im Blick aktuell am Mittwoch, dem 02.02.2011 veröffentlichten Artikel  „45-jähriger bewirbt sich als Ortsvorsteher“ erklärt die FWG:

 

Bei vorgenanntem Artikel handelt es sich nicht, wie angegeben, um eine Pressemitteilung der Freien Wählergemeinschaft Grafschaft.

 

Die im Text geäußerte Behauptung, die Freie Wählergemeinschaft Grafschaft setze sich nicht für die Infrastruktur der Dörfer ein, ist falsch. - Nachweislich unterstützt die Freie Wählergemeinschaft Grafschaft viele infrastrukturelle Vorhaben, nimmt sich jedoch die Freiheit die Sinnhaftigkeit und nachhaltige Finanzierbarkeit der Projekte zu hinterfragen, bevor die Investition getätigt wird.

 

Auch die Darlegung der alleinigen Sorge für die Sanierung des Bengener Sportplatzes entspricht nicht den Tatsachen. Bestreben der Grafschafter CDU war die Rückstellung der Sanierung des Bengener Sportplatzes zu Gunsten der Sportanlage Vettelhoven.





P R E S S E M I T T E I L U N G   der FWG vom 15.12.2010

Gemeinde Grafschaft mit Volldampf in die Schuldenfalle

Ablehnende Haltung der FWG gegen das Wunschkonzert zum Investitionsprogramm 2011-2015

 

„Wer im Loch sitzt, sollte als erstes aufhören zu graben“, so Lothar Barth, Fraktions­vorsitzender der FWG zu den aktuellen Entwicklung der Schulden der Gemeinde Grafschaft. „Wieder einmal sind Profilierungssucht und Eigeninteressen die Triebfedern der Aufstellung im Bereich der Investitionen. Das Finanzloch ist so groß, dass die Gemeinde für 2011 Liquiditätskredite in Höhe von ca. 1,8 Mio Euro aufnehmen muss,  um die laufenden Ausgaben überhaupt bezahlen zu können! Das Aufbringen von Zins- und Tilgungsleistungen kann nur noch durch neue Kredite gestemmt werden.- Für die Folgejahre sieht es nicht wesentlich besser aus, das Investitionsniveau bleibt nach Willen der Ratsmehrheit in etwa gleicher Höhe. Fast zwei Millionen Euro über dem, was eigentlich noch vertretbar ist. Für die Gesamtschulden werden dann im Jahr 2013 schon über 700.000 Euro an Zinsen zu zahlen sein.-  Von den ins Feld geführten Mehreinnahmen von 800.000 Euro im Bereich der Gewerbesteuern bleiben der Gemeinde gerade mal 50 %. Damit wächst der Schuldenberg der Gemeinde Ende 2011 auf ca. 22 Mio. Euro. Das kommt bei einigen Fraktionen anscheinend überhaupt nicht an. Da wird vom Sparen gesprochen und im gleichen Atemzug werden für zwei neue Projekte zusätzliche 200.000 Euro gefordert.“

 

Das kann und will die FWG im Interesse der Bürger nicht mittragen.

 

„Wenn die Gemeinde sich im Verschuldungstempo nicht zurücknimmt, wird als Konsequenz dieser Haushaltspolitik eine mittelfristige Erhöhung der finanziellen Belastungen auf die Bürger zukommen.“ so Richard Horn. Sollen Abgaben und Gebühren drastische Steigerungen aufweisen, nur damit z.B die Neugestaltung eines eigentlich ansehnlichen Dorfplatzes für 26.000 Euro umgesetzt werden kann oder Immobilienobjekte einer Genossenschaft die eigenen Genossenschaftsmitglieder zu Lasten der Steuerzahler nicht weiter belasten?

 

 „Die FWG sieht weiterhin mit Priorität die Investitionen im Bereich der Schulen, Kindergärten, also der Jugend und Feuerwehren. - Dieser Auffassung haben auch alle anderen Fraktionen zugestimmt. - Beim aktuellen Haushaltsplan wäre mit gutem Willen wirklich einzusparen gewesen. Nur so können die anstehenden Projekte ohne die Gefahr einer Belastung der Bürger und ohne Streichung freiwilliger Leistungen für die Gemeinschaft gestemmt werden.“ so Lothar Barth. „Es wäre schade wenn in Zukunft keine Martinswecken mehr verteilt werden könnten, ein erheblicher Teil der Unterstützung des Kinder-Jugend-Fördervereins dem Rotstift zum Opfer fällt und die wichtige Unterstützung der Seniorennachmittage genauso wie die Übermittagsbetreuung der Schulen entfallen müssten. Es ist nach wie vor verwunderlich, dass viele Ratsmitglieder auf eine umfassende Vorstellung der Investitions­projekte, einen begründeten und nachvollziehbaren Bedarf sowie eine Betrachtung der Kosten, vor allem der Folgekosten verzichten.“

 

Aus Sicht der FWG wäre es bedauerlich, wenn die Kommunalaufsicht dem Grafschafter Gemeinderat bescheinigt, dass dieser unfähig ist einen genehmigungsfähigen Haushalt aufzustellen.


P R E S S E M I T T E I L U N G   der FWG vom 12.11.2010

 

FWG verliert ein Fraktionsmitglied

- Wolfgang Reuß verlässt FWG und FWG Fraktion-

 

Wolfgang Reuß hat, unter Beibehaltung seines Mandats im Gemeinderat, seinen Austritt aus der FWG und der FWG-Fraktion bekannt gegeben.

In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten der Vorsitzende der FWG, Wilhelm Dreyer und der Fraktionsvorsitzende Lothar Barth ihr Bedauern über diesen Schritt.

„Derartige Ereignisse sind jedoch ein normaler Bestandteil demokratischer Prozesse, von daher respektieren wir als Fraktion seine Entscheidung“ so Lothar Barth. „Natürlich schwächt der Austritt die Fraktion in ihrem Bestreben eine sachliche, nur am Gemeinwohl orientierte Politik in der Gemeinde Grafschaften zu etablieren. Wir sind dennoch überzeugt, dass auch weiterhin eine konstruktive Zusammenarbeit mit Wolfgang Reuß möglich ist, auch wenn wir nicht mehr gemeinsam für die Freie Wählergemeinschaft antreten.“

 


P R E S S E M I T T E I L U N G  der FWG  vom 24.10.2010

 

Klarheit über die Finanzlage der Gemeinde Grafschaft

- FWG ruft die Parteien zu einer sachlichen und auf Fakten basierenden Diskussion über die Finanzlage auf -

 

„Ein emotional und öffentlich geführter Schlagabtausch der Parteien nützt keinem,“ so Lothar Barth, Fraktionsvorsitzender der FWG, zum aktuell geführten Konflikt zwischen der Grafschafter CDU und den Grünen/Bündnis 90.

Es gilt bei dem aktuellen Schuldenstand der Gemeinde Grafschaft mit Weitsicht zu prüfen, welche Investitionen unbedingt notwendig sind. Seit 2008 wird  die Verschuldung von 12 Mio. Euro zum Ende 2010 auf ca. 20 Mio. Euro (nach Planung Haushalt 2010) angewachsen sein. Die Fortführung des 2010 geplanten Investitionsprogramms für die Jahre bis 2015, weist auch bei den Investitionen in jedem betreffenden Jahr einen weiteren Schuldenzuwachs aus.

„Wenn, wie in diesem Jahr, erstmalig Kredite für die Deckung der laufenden Ausgaben notwendig sind, dann sollte bei allen politisch Verantwortlichen die Alarmklingel schrillen,“ meint Barth. „Gerade jetzt ist es wichtig, eine frei von parteipolitischen Zwängen, am zukünftigen Wohl der Gemeinde orientierte, Finanz- und Investitionspolitik zu gestalten. Zusätzlich entstehende Zinslasten und eine damit verbundene Abnahme der finanziellen Handlungsfähigkeit führen sonst zu einer sich immer schneller drehenden Schuldenspirale.“

„Angesichts der Tatsache, dass die Gemeinde Grafschaft bis 2015 alleine zur Erfüllung der bestehenden Zins- und Tilgungsverpflichtungen laufender Kredite weitere neue Kredite in Millionenhöhe aufnehmen muss, sollte bei allen politisch Verantwortlichen die Alarmklingel schrillen “ meint Barth. „Gerade jetzt ist es wichtig, eine frei von parteipolitischen Zwängen, am zukünftigen Wohl der Gemeinde orientierte, Finanz- und Investitionspolitik zu gestalten. Zusätzlich entstehende Zinslasten und Folgekosten führen zu einer weiteren Abnahme der finanziellen Handlungsfähigkeit der Gemeinde Grafschaft  und damit zu einer sich immer schneller drehenden Schuldenspirale. Dann sind auch alle freiwilligen Leistungen der Gemeinde Grafschaft, wie z.B. Zuschüsse für Sport- und Kultur, betreuende Grundschule, Kinder- und Jugendförderverein gefährdet. Deutliche Warnhinweise hierzu gibt es bereits von der Kommunalaufsicht.“

Die FWG und auch alle anderen Fraktionen haben in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass insbesondere die Investitionen im Bereich der Schulen, Kindergärten und Feuerwehren absolute Priorität besitzen. Alle anderen wünschenswerten Projekte müssen im Kreise der Gremien des Gemeinderates auf den Prüfstand und bei Vorliegen aller Informationen ergebnisoffen und ehrlich diskutiert werden.

Die FWG hofft, dass alle beteiligten Parteien ihre Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl der Grafschaft dahingehend erkennen.



P R E S S E M I T T E I L U N G  der FWG vom  14. Apr. 2010

Baugebiet in Grafschaft Ringen mit inhaltlichen Lücken

- FWG vermisst Berücksichtigung der Bedürfnisse von jungen Familien und Senioren -

 

Die FWG Grafschaft hat im Oktober 2009 den Beschluss des Gemeinderates zur Überplanung des Baugebietes in Ringen unterstützt. „Erstaunlicherweise findet sich in dem nunmehr vorgestellten Bauplanungsentwurf der seinerzeit zur Bauleitplanung einstimmig gefasste Beschluss des Ortsbeirates Ringen nicht wieder“, so Ingo Derz, ehemaliges Ortsbeiratsmitglied in Ringen.

 

Tatsächlich berücksichtigt der aktuell vorgestellte Entwurf keine Möglichkeiten für junge Familien mit einem schmäleren Budget in Wohneigentum zu kommen. Hatte der Ortsbeirat Ringen in 2007 noch ausdrücklich erbeten, einen weiteren Bereich für Reihenhäuser auszuweisen, die in aufgelockerter Form als Dreiergruppen mit je maximal 24 Meter ausgeworfen werden sollten, so sind diese noch in den vorhergehenden Planungsständen vorgesehenen Optionen verschwunden.

 

„Es ist bedauerlich, dass das Votum der Bürger vor Ort ignoriert wird“, so Derz, „zudem ist zu berücksichtigen, dass die Gemeinde Grafschaft und hier vor allem das Mittelzentrum Ringen mit seiner vorhandenen sozialen Infrastruktur, weiterhin auf Wachstum angewiesen ist.“

 

Aber auch eine Durchmischung in der Altersstruktur ist wichtig um die Attraktivität von  Wohngebieten langfristig zu erhalten. „Barrierefreies Seniorenwohnen“ sollte ein Ziel sein, um die Gemeinde Grafschaft auch für Senioren liebens- und lebenswert zu erhalten. Dieses Thema sollte als Teil des neuen Wohngebietes bis hin zur neu zu planenden Anbindung an die Infrastruktur in Ringen reichen. „Hier kann nicht an der Grenze des neuen Baugebietes Schluss sein, sondern wir müssen auch über die Rheinbacher Strasse hinaus denken. Schließlich sollen Kinder und Senioren sicher die teilweise stark befahrene Strasse queren können“, so Derz, „Bei Nutzung der planerischen Gestaltungsräume ist das Baugebiet vielleicht für ansiedlungswillige Senioren eine attraktive Alternative zu einem Mehrgenerationenhaus.“

 

Die FWG wird diese Forderung in die kommende Sitzung des Ortsbeirates Ringen erneut einbringen.

P R E S S E M I T T E I L U N G  vom  14. Feb. 2010    

FWG mit Vorstoß zu mehr Transparenz und Wirtschaftlichkeit kläglich gescheitert !

 

Mit breiter Mehrheit haben die Mitglieder des Gemeinderates in der Sitzung vom 28. Januar 2010 einen Antrag der FWG zur Einführung einer Wertgrenze, ab der verpflichtend eine dokumentierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für Investitionen zu erfolgen hat, abgelehnt.

 

In der Gemeindehaushaltsverordnung, die auch für die Gemeinde Grafschaft gilt, hat der Gesetzgeber festgelegt, dass Investitionen von erheblicher finanzieller Bedeutung im Vorfeld im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zu betrachten sind. Der Gesetzgeber fordert dies, damit die öffentliche Hand vor einer Entscheidung alle möglichen Alternativen und Risiken abgewogen hat. - Lediglich den Betrag, ab dem dieses zu erfolgen hat, hat er bewusst nicht festgelegt, denn je nach finanzieller Leistungsfähigkeit der Gemeinden wird ein anderer Betrag als erheblich anzusehen sein.

 

Andere Gemeinden, die bereits seit längerer Zeit im Rahmen des Neuen kommunalen Finanzmanagement Erfahrungen gesammelt haben, legten bereits ihre individuelle Wertgrenze bei denen für Investitionen die zwingende Durchführung einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vorzunehmen ist, fest. Diese Wertgrenzen haben nichts mit Misstrauen gegenüber der kommunalen Verwaltung zu tun, sondern schaffen den Entscheidungsträgern ein mehr an Information für die zu treffenden Entscheidungen, in dem sie die Investition z.B. auch hinsichtlich ihrer Folgekosten betrachten. - Sie schaffen zudem Transparenz und zeigen vielleicht Alternativen auf, die eine wirtschaftlichere Lösung eines Problems, als die zunächst bevorzugte oder bereits lauthals verkündete Maßnahme, darstellen. Dabei stellt die Wirtschaftlichkeit nie das alleinige, sondern nur ein weiteres Entscheidungskriterium dar.

 

Orientiert an diesen von anderen Gemeinden festgelegten Wertgrenzen und den zu Grunde liegenden Argumentationslinien hat die FWG ihren Antrag für die Gemeinde Grafschaft entwickelt und eingebracht. Leider ist sie damit an der Masse der Ratsmitglieder gescheitert.

 

Offen bleibt die Frage zum Grund der Ablehnung.- War es Unwissenheit über die gesetzlichen Grundlagen und möglichen Gestaltungsräume, Angst vor Transparenz oder gar pures Eigeninteresse, die das Abstimmungsverhalten einer Mehrheit der Ratsmitglieder prägte ? - Sicherlich war es nicht  Verantwortungsgefühl gegenüber der Allgemeinheit, die die Finanzmittel bereitgestellt und die einen Anspruch auf eine nachvollziehbare, sinnvolle und wirtschaftliche Verwendung dieser Mittel hat.

 

Fairerweise ist zu erwähnen, dass es auch bei den anderen Fraktionen Ratsmitglieder gab, die sich dem  Antrag der FWG nicht in den Weg stellten, ein Ratsmitglied gab seine Zustimmung.

 

Die FWG wird dieses Thema im Interesse der Bürger weiter verfolgen.

 
P R E S S E M I T T E I L U N G  vom  15. Dez. 2009

 

„Nein!“ zum Haushalt der Gemeinde Grafschaft

Konsequente Fortführung der ablehnenden Haltung gegen die Prioritätenliste zum Investitionsprogramm 2010-2014

 

„Insgesamt rund 3,2 Mio. Euro neue Schulden müssen allein in 2010 gemacht werden, um allen geplanten Investitionswünschen nachzukommen, dabei sind die finanziellen Probleme im laufenden Geschäft unberücksichtigt“, so Richard Horn, Bankkaufmann und stellv. Fraktionsvorsitzender der FWG. „Die zusätzlich entstehenden Zinslasten sind eine weitere Runde einer sich immer schneller drehenden Schuldenspirale. Mit einem Fehl in 2010 von 845.000 Euro muss die Gemeinde Grafschaft erstmals Liquiditätskredite aufnehmen, um neben dem negativen lfd. Ergebnis noch die Zinsen und Tilgungen für bestehende Kredite bezahlen zu können! - Für die Folgejahre sieht es nicht wesentlich besser aus. Das sich der Schuldenberg der Gemeinde damit von rd. 12 auf ca. 20 Mio. Euro Ende 2010 erhöht und eine satte Steigerung von 66 % innerhalb von nur 3 Jahren darstellt, geht bei einigen Fraktionen in den warmen Gedanken an Dorfgemeinschaftshäuser, Winzersäle und Bolzplätze unter.“ - Das kann und will die FWG nicht mittragen.

 „Wir sehen mit Priorität die Investitionen im Bereich der Schulen, Kindergärten und Feuerwehren. Weitere Leistungen sind möglich, wenn die Spielräume gegeben, d.h.  diese ohne Kreditaufnahme möglich sind. Ausnahmen sehen wir hier nur beim Innovationspark, denn damit verbessern wir unsere Einnahmemöglichkeiten in der Zukunft. Von daher war es von unserem Standpunkt her konsequent den Haushalt 2010 in seiner jetzigen Form abzulehnen“, so Richard Horn. „Es ist verwunderlich, dass bei vielen Projekten die Ratsmitglieder auf eine genaue Beschreibung des Projekts, die Darstellung eines begründeten und nachvollziehbaren Bedarfs, eine Betrachtung möglicher Lösungsalternativen verzichten oder aus anderen, eigenen (?), Interessen heraus nicht dargestellt haben wollen“, so Horn. „Wer mit einer derartigen  Informationsbasis weit- und folgenreiche Entscheidungen treffen will, begibt sich auf einen haushalts- und investitionspolitischen Blindflug.“

 

Die FWG legt Wert auf die dauerhafte finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde und auf die Betrachtung der Folgekosten von Investitionen. Sie hat daher beantragt, den in der Gemeindehaushaltsverordnung unbestimmten Begriff der „Investitionen von erheblichen finanzieller Bedeutung“, ab der eingehende Betrachtungen vorgeschrieben sind, mit einer Wertgrenze zu hinterlegen. Damit würde sich die Gemeinde vielen Kommunen anschließen, die diese Wertgrenze bereits definiert haben.



P R E S S E M I T T E I L U N G   vom 03.11.2009

 

Wildwuchs der Dorfgemeinschaftshäuser

 

Dorfgemeinschaftshäuser sind ein wichtiger Bestandteil der sozialen Infrastruktur der Gemeinde Grafschaft und bieten sowohl für Vereine Versammlungs- und Veranstaltungsorte, als auch für die Bürger eine Möglichkeit größere Festivitäten auszurichten. Man darf aber zu Recht fragen: „Wie hoch ist in der Gemeinde Grafschaft, mit 11 Ortsbezirken und ca. 11.000 Einwohnern, der begründete Bedarf?“, so Wilhelm Dreyer, Vorsitzender der FWG.

In den letzten Jahren wird zunehmend ein Bedarf an Dorfgemeinschaftshäusern geäußert, für dessen Deckung der Gemeindehaushalt aufkommen soll. Betrachtet man die aktuelle Ausstattung der Gemeinde mit gemeindeeigenen und durch die Gemeinde bezuschussten Häusern, so ist in der Fläche ein Angebot von 11 Häusern gegeben. Dabei reichen die Saalgrößen von rd. 50 qm in Holzweiler, Karweiler und Lantershofen, über mittlere Saalgrößen von rd. 150 qm wie z.B. in Nierendorf und Vettelhoven bis hin zu Häusern mit über 300 qm, wie der Mehrzweckhalle in Lantershofen.

Wenn es mal eng wird kann auch in dem einen oder anderen Ort auf weitere Infrastruktur zurückgegriffen werden. Hier ist sind die Sporthalle in Ringen, Räumlichkeiten der Schulen und Feuerwehren und auch Nutzungsangebote, wie das des Studienhauses St. Lambert in Lantershofen zu nennen.

Jährlichen Gesamtkosten von 65 – 70.000 €, die seitens der Gemeinde für die Förderung der gemeinschaftlichen Veranstaltung der Bürger aufgewandt werden, standen nach Auskünften bei den einzelnen Häusern im Durchschnitt zwischen 5 und 35 entgeltliche Vermietungen gegenüber. Hier sind bereits die Anmietungen aus dem Umland (z.B. Bonn oder Remagen) berücksichtigt. Mit diesen Vermietungen wird seitens der Trägergemeinschaften ein kleiner Beitrag zu den jährlichen Kosten erwirtschaftet. Zahlen zur Auslastung durch Vereine, Gruppierungen, denen eine kostenfreie Nutzung zugestanden wird, sind nicht bekannt.

Bevor man nun in Zeiten schwindender Haushaltsmittel, die Folgen der globalen Wirtschaftskrise machen sich zunehmend negativ in den kommunalen Haushalten bemerkbar, der Gemeinde weitere Lasten aufsattelt, sollten das bestehende Angebot und der wirkliche Bedarf gegenüber gestellt werden.

Ratsentscheidungen zu Maßnahmen von erheblicher finanzieller Bedeutung müssen sorgfältig vorbereitet werden. Hier sind im Vorfeld nicht nur nach der Landeshaushaltsordnung, sondern auch nach § 10 der Gemeindehaushaltsverordnung Betrachtungen zur Wirtschaftlichkeit anzustellen und zu dokumentieren.

Die FWG sagt „Ja“ zu Dorfgemeinschaftshäusern denen ein begründeter Bedarf gegenübersteht und die wir dauerhaft unterhalten können. Sie sagt aber „NEIN“ zur leichtfertigen Überforderung der finanziellen Leistungsfähigkeit unserer Gemeinde.

                   

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